Was
ist Parodontitis?
Parodontitis
ist die Erkrankung des Zahnbettes. Etwa 80% aller lebenden Menschen
leiden unter dieser Krankheit. Die Parodontitis verläuft meistens
schmerzlos und zieht sich über Jahre hinweg. Die Erkrankung ist
in der Hauptsache die Folge von mangelnder Mundhygiene, einer
einseitigen und vitaminarmen Ernährung. Das Rauchen ist ebenso
als ein wichtiger Auslöser der Parodontitis erkannt worden. Immer mehr Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Parodontitis Zivilisationskrankheiten wie Herzinfarkt, Diabetis und Arthritis beschleunigt, wenn nicht gar auslöst.
Siehe Beilage des Hamburger Abendblattes vom 24.6.2011: Gesund
fortgeschrittene
Parodontitis
Früherkennung
Eine
Parodontitis kann an folgenden Merkmalen frühzeitig erkannt werden:
die Zähne werden länger, weil sich das Zahnfleisch zurückzieht,
es entsteht ein übler Mundgeruch, beim Zähneputzen ergeben sich
Blutungen am Zahnfleischrand, die Frontzähne wandern und kippen
nach außen, es entstehen Zahnlücken, die vorher nicht da waren.
Um die Erkrankung rechtzeitig zu erkennen wird jetzt in zweijährlichen
Abständen der sogenannte PSI = Parodontal - Screening - Index
erhoben. Hierbei werden die Zähne in 6 Segmente eingeteilt
und der weitesgehende Befund pro Sextant dokumentiert.
Krankheitsverlauf
Bei
der Parodontitis kommt es zuerst immer zu
einer Entzündung der Zahnfleischfurche (Gingivalrand), von der
die Zahnhälse umgeben sind. Anschließend wandert die Erkrankung
weiter und dringt in die Tiefe des Zahnbettes ein. Damit geht
meistens das Zurückziehen des Zahnfleisches sowie die Bildung
einer Zahnfleischtasche einher. Durch den anschließend einsetzenden
Knochenabbau werden die Zähne schließlich locker und stören beim
Sprechen und Kauen. In den meisten Fällen läßt sich in diesem
Stadium eine Entfernung der Zähne nicht mehr langfristig vermeiden.
Parodontitisbehandlung
Ziel
der systematischen Parodontitisbehandlung ist es, ein weiteres
Fortschreiten der Erkrankung langfristig zu verhindern.
Die Behandlung gliedert sich in drei Phasen:
1)
Mundhygiene-Phase
Aufklärung
und Anleitung zur individuell angepassten optimalen Mundhygiene
Professionelle Zahnreinigung, Ernährungsberatung, Risikoabklärung
(Feststellung des Bakterienstatus im Mund) durch Plaque- und Blutungs-Indexerhebung
sowie mikroskopische Abstrichuntersuchung zur Bakterienbewertung
im Dunkelfeldmikroskop
Messsonde
Röntgenbild
2)
Behandlungsphase
Nach
umfangreicher Befunderhebung wird die weitere Therapie festgelegt.
Entfernung bakterieller Beläge von der Zahnwurzeloberfläche sowie
festem unter dem Zahnfleisch sitzenden Zahn- und Serumstein unter
lokaler Schmerzausschaltung mit Ultraschall unter Chlorhexidinspülung
sowie anschließende Glättung der Wurzeloberfläche.
EMS
- Piezon-Master (Ultraschallreinigung)
Desmoclean
(Politur)
3)
Erhaltungsphase (Recall)
Regelmäßige
Kontrolle der Zähne und des Zahnfleisches, sowie der häuslichen
Mundpflege.
Gründliche professionelle Zahnreinigung, Keimtests (DNS-Sondentests)
zur Abklärung von Art und Menge vorhandener Parodontitisleitbakterien;
je nach Testergebnis ggf. Einnahme von Antibiotika oder Einbringen
von Perio-Chips in noch restaktive Taschen.
professionelle
Zahnreinigung
Die
Parodontitisbehandlung ist keine einmalige Prozedur. Sie erfordert
das Mitwirken von Patient und Zahnarzt durch regelmäßig
durchzuführende häusliche und professionelle Mundhygiene-
/ Vorsorgemaßnahmen.